Zwischen Espressi und Pasta

Tamara hat sich auf den Weg nach Rom gemacht um die Saison 2018 mit einer Mitteldistanz bei der Challenge Rom zu eröffnen.

Am vergangenen April Wochenende fiel der Startschuss der Challenge Rom. Neuer Schwimmkurs, neue Strecken und neuer Ort. Während die Athleten letztes Jahr noch während ihrem Wettkampf die Highlights von Rom anschauen konnten, war der diesjährige Austragungsort frei von allen Highlights und man konnte sich voll und ganz auf das Schwimmen, das Radfahren und das Laufen konzentrieren. Aber nun der Reihe nach.

Sonntag morgen, äääh ne, Mittag war der Start auf 13:15 festgelegt worden. Allerdings ohne Welleneinteilung, ohne weitere Wellenzeiten oder sonst irgendwas.
Das einzige was ich von den Profis wusste war, dass diese um 13:15 Uhr/13:17 Uhr starten werden. Die Agegrouper irgendwann danach. Also hieß es aufzupassen und sich zu konzentrieren um den Start nicht zu verpassen.

Alles etwas durcheinander. Der Schwimmkurs war ziemlich einfach. Man schwimmt aus dem Hafen geradeaus raus, draußen im Meer ein Rechteck, und durch den Hafen wieder herein. Ich war zuerst in einer 4er Gruppe.

Irgendwie haben die anderen 3 aber nach der ersten Boje wieder umgedreht, ich bin weiter aufs Meer raus geschwommen. Ganz allein.


Und jeder der mich kennt weiß, dass das für mich eins der schlimmsten Szenarien ist, die ich mir fürs Schwimmen im Meer vorstellen kann. Ich habe einfach Angst. Und dann war ich da allein, ohne Mitschwimmerinnen, und ohne ein Führungskajak oder sonstige Augen, die aufpassen sollten, damit nichts passiert.
Augen zu und durch dachte ich mir im wahrsten Sinne des Wortes und hab meine Augen wirklich nur über Wasser aufgemacht. So konnte ich Meter für Meter abspulen und freute mich, dass ich bei den letzten 250m noch die ein oder andere Profiathletin überholen konnte und nicht mehr allein war.

Aus dem Meer ging es dann über eine Treppe auf ein Parkdeck im ersten Stock, wo die Wechselzone eingerichtet war. Es wartete ein flacher, sehr flacher Kurs auf uns. Das einzige was ich mir dachte: Versuch einfach zu drücken. Fast 80km in Aeroposition gingen aber dann doch wie im Flug rum und glücklicherweise hatte ich keine Platten auf der etwas ramponierten Straße. Zurück in der Wechselzone ging es in die Laufschuhe.

 

Das war der spannendste Part für mich. Hält mein Knie?
Hab ich Schmerzen? Ich bin nämlich seit Januar kein langen Lauf, geschweige denn mehr als mal 20 min gelaufen, immer mit Schmerzen. Seit gut einer Woche massakriert mich mein Freund am Oberschenkel, der mit blauen Flecken nur so übersäht ist. Aber soll ich euch eins sagen? Ich hatte keine Schmerzen. Gar nichts. Das war das schönste Gefühl, dass ich seit langem erleben durfte. Und so bin ich den Halbmarathon einfach gelaufen. So gut es ging. Und es ging erstaunlicher Weise gar nicht so schlecht. Klar, an meine Bestzeit kam ich nicht ran, aber dann müsste ich ja auch gar nicht mehr trainieren. ;-)

Während des Laufens hab ich versucht, mich so gut es geht zu verpflegen und habe mich auf die Verpflegungsstelle der Challenge Rom verlassen, früher oder später Cola zu mir nehmen zu können. Meinste...


Da gab es Wasser oder Red Bull. Hm, ja das Wasser war ok, aber Red Bull mag ich einfach nicht. Zum Glück hatte ich meinen Freund an der Strecke, der sprang zu McDonalds und hat mir und der ein oder anderen Athletin in der Verpflegungsstelle dann eben Cola ausgegeben. Mein Glück.

Im Ziel war ich dann um ca. 18 Uhr. Da wurde es doch tatsächlich schon etwas dämmrig und frisch. Ich persönlich mag es ehrlich gesagt lieber, wenn der Start früh ist, dann hat man den Nachmittag Zeit sich auszuruhen, zu genießen und zu Essen. Und das alles in Ruhe. Nichts desto trotz fand am Sonntagabend um 21 Uhr die Siegerehrung statt. Es waren doch glatt 30 Leute gekommen.
Dort konnte ich meinen Pokal für den 2. Platz abholen.
Den hab ich dann aber leider danach in einem Lokal vergessen.

 

Mit allen Höhen und Tiefen während dem Rennen war es doch recht unterhaltsam und auch ein schöner Wettkampf. Die Italiener haben sich noch etwas Verbesserungspotential übrig gelassen - aber sonst wäre es ja auch langweilig.


Bis dahin: Fleißig weiter trainieren.

 

Eure Tamara