lauingen- Teamwettkampf macht immer spass, ausser man ist die letzte

Foto: Martin Fürleger
Foto: Martin Fürleger

Christina´s Liga-Resümee

 

Am Wochenende stand für uns Mädels mal wieder ein Mannschaftsrennen in der Regionalliga an, diesmal im schöne Lauingen in Schwaben – für die Geographie-Kenner unter uns 😉

 

Anders als für die drei „alten Hasen“ Ida, Hannah und LiMa, sollte es für mich das 1. Mal werden – und das in vielerlei Hinsicht…aber alles der Reihe nach.

 

Da wir diesmal nicht so weit zu fahren hatten, beschlossen wir erst am Renntag aus allen Himmelsrichtungen anzureisen und uns direkt vor Ort zu treffen.

 

Für LiMa und mich ging es bereits gegen 6 Uhr morgens aus München los, da LiMa diesmal die Aufgabe der Mannschaftsführerin übernahm und ich bei meinem 1. Regionalliga Rennen auch lieber etwas Zeitpuffer einplante, um mir vor Ort Alle(s) in Ruhe anzusehen.

 

Die liebe Ida hatte schon angekündigt, dass sie gerne etwas später kommen würde, da sie direkt von einer Hochzeit kommen würde und somit jede Sekunde Schlaf zählte 😊 (Es war zwar nicht ihre eigene, aber immerhin war sie die „Glückliche“ die den Brautstrauß fing und die Nacht im Bulli vor der Hochzeits-Location fiel wohl auch relativ kurz aus).

 

 Gegen 9 Uhr waren dann also auch Hannah & Ida eingetrudelt und es wurde sich gemeinsam umgezogen.

 

Für mich hieß das auch, das 1. Mal Racing Aloha Einteiler zu tragen. Da wir in dieser Konstellation noch nie gestartet waren und es für mich wie gesagt auch der erste Start in der Regionalliga war, wollten wir uns vorher noch gemeinsam einlaufen und einschwimmen. Während das Laufen noch relativ easy ging, wurde mir spätestens beim Einschwimmen klar, dass ich auf den ersten Lauf-Metern nach dem Schwimm-Part wohl eher weniger Spaß haben würde…

 

 Der Wettkampf am Vormittag bestand nämlich aus 750m schwimmen gefolgt von 3km Laufen.

 

Also ziemlich kurz. Und kurz heißt schnell. Und schnell tut weh.

 

Vor allem wenn man mit 3 Mädels schwimmt, die einfach um Welten schneller schwimmen. Aber es war ja ein Team-Wettkampf und das Team musste geschlossen in die Wechselzone rein und sie auch geschlossen wieder verlassen. Somit überlegten wir uns die schlaueste Formation, testeten im Wasser ein paar Tempo-Varianten und einigten uns schließlich auf ein Tempo, mit dem alle gut klarkamen. Bzw. auf eines mit dem ich noch einigermaßen klar kam, denn für die anderen war das wohl eher lockerer GA1 Bereich ;-P Aber wir wären nicht Racing Aloha wenn wir nicht aufeinander Rücksicht nehmen und immer die richtigen Worte finden würden – „das Team ist immer nur so stark wie das schwächste Mitglied“, „Team-Wettkampf macht immer am meisten Spaß, außer man ist die Langsamste“ – Danke Ida, du findest einfach immer die richtigen Worte 😃

 

Um 10:00 Uhr fiel dann endlich der Startschuss und die Mannschaften wurden im Minuten-Abstand ins Wasser geschickt. Als aktuelle Liga-Führenden durften wir um 10:09 Uhr als Letzte starten. Scheinbar hatten wir vorher wohl nicht richtig zugehört, sodass wir das ersten Piepen des Countdowns schon als Startsignal werteten und beinahe mit einem Fehlstart losgelegt hätten. Aber Glück gehabt: Grad noch gemerkt, schnell wieder umgedreht und dann doch noch korrekt ins Wasser gestürzt. Das angeschlagene Tempo war dann allerdings für mich nicht mehr wirklich korrekt, aber wenigstens musste ich mich diesmal nicht um die Orientierung kümmern, sondern nur den Füßen vor mir hinterher. Auf den letzten Metern vor dem Schwimmausstieg hatten die Mädels mich dann aber doch noch verloren und mussten mich etwas benommen aus dem Wasser ziehen.

 

Aber hilft ja nix, schnell in die Laufschuhe gewechselt, das 1. Mal die RLD Startnummer angezogen und zugesehen, dass ich die ersten paar Hundert Meter überstehe ohne einen Abstecher in die Büsche machen zu müssen. Wie erwartet legte Ida mit Hannah im Schlepptau ein ordentliches Tempo vor und LiMa und ich versuchten beide einfach nur dran zu bleiben. Irgendwann hatte ich mich dann auch soweit erholt, dass ich Hannah und LiMa wie in unserer ursprünglichen Renntaktik vorgesehen wenigstens ein klitzekleines Stück schieben bzw. ziehen konnte.

 

Das stimmte mich dann mit dem Vormittag schon mal recht positiv, war es doch mein 1. Lauf seit ca. 6 Wochen Lauf-Zwangspause (Shin Splints am linken Bein lässt grüßen ). Mit einem 6. Platz nach dem ersten Part waren wir alle recht zufrieden und optimistisch am Nachmittag noch ein paar Plätze gut machen zu können.

Die Pause bis zum zweiten Renn-Part verbrachten wir gemeinsam am See, hielten einen kurzen (oder in Idas Fall auch längeren) Mittagsschlaf und füllten die Speicher ein wenig auf. Leider hatte Hannah uns vorher allerdings nicht daran erinnert, dass die Essens-Auswahl am See-Imbiss eher spärlich ausfällt, sodass sie die einzige war, die eine Tupperdose mit Pasta zum Mittagessen hervorzauberte. Ida und ich hatten uns nach langem Überlegen ob der riesigen Auswahl von ca. 5 Gerichten schließlich für Käsebrötchen entschieden, die mehr oder weniger nette Dame raunzte uns aber nur an „gibt heut keine Brötchen“. Also gab es für Ida nach 1 Butterbrezel zum Frühstück noch mal 2 Butterbrezeln zum Mittagessen, während ich mir eine Portion Pommes genehmigte. Als letzte bekam LiMa ihr Essen, ein paar Wiener – mit einem Brötchen. Wo das wohl auf einmal herkam 😉?

 

Gegen 15 Uhr machten wir uns dann auf Richtung Innenstadt, wo der zweite Teil des Wettkampfes stattfinden sollte: 20km Mannschafts-Radfahren (bestehend aus 5 Runden à 4km), gefolgt von einem knackigen 1,8km Lauf über Kopfsteinpflaster um die ein oder andere scharfe Kurve herum (bestehend aus 3 Runden à 600m). Da dieses Format für mich das 1. Mal belgischer Kreisel im Rahmen eines Wettkampfes bedeutete, beschlossen wir uns erst mal gemeinsam einzufahren, um die optimale Rad-Taktik zu finden. Wir einigten uns schnell auf die Reihenfolge, die wir im belgischen Kreisel einnehmen wollten, suchten uns ein für alle passendes Tempo und liefen dann noch die Laufrunde kurz gemeinsam ab. Diesmal ging es im Jagdstart, d.h. mit den Abständen aus dem Wettkampf vom Morgen, ins Rennen. Wir starteten somit von Rang 6 und mit 1:24 min auf die Führenden. Die Plätze 3-6 waren jedoch alle sehr eng zusammen, sodass wir uns trotzdem noch gute Chancen aufs Podest ausmalten. Von Beginn an lief es wie geschnitten (Käse-)Brot und wir hatten uns schon nach 2 Runden auf Platz 3 vorgearbeitet. Doch in Runde 3 ließ allmählich die Aufmerksamkeit (und wohl auch Kraft) nach bzw. musste ich langsam richtig beißen, um an meiner Vorderfrau Ida (einer Maschine auf dem Rad) dranzubleiben. „Nur kein Loch reißen lassen“, dachte ich mir, „jeder Zentimeter zählt“. Ich wusste, Ida würde gleich nach links rausziehen und machte noch mal etwas mehr Druck, um im Wind nicht stehen zu bleiben. Doch offenbar war da plötzlich 1 Zentimeter zu wenig Abstand. Ida zog raus, mein Reifen leicht links von ihrem Reifen und schon zog es mir das Rad unter dem Hintern weg. Hannah und LiMa hinter mir konnten nicht mehr ausweichen und innerhalb von Sekunden lagen wir drei in einem wilden Haufen auf dem Boden. Zum Glück haben wir mit Hannah und Ida gleich zwei Teamärztinnen, die nach dem ersten Schockmoment und einem Blick auf LiMa sagten „okay Mädels, wir fahren weiter“. Ich kann mich zwar nicht mehr daran erinnern, aber angeblich war meine Reaktion „Ich komm mit, geht schon wieder“. Zwar mussten am Nachmittag nur 3 der 4 Mädels ins Ziel kommen, aber Plan war auch hier, dass Ida und ich die beiden anderen beim abschließenden Lauf ziehen wollten. Nach einem entsetzten Aufschrei der herbeigeeilten Helfer um mich herum und einem Blick auf das an meinen Armen und Beinen herunterlaufende Blut, ließ ich mich dann aber doch davon überzeugen besser erst mal mit dem Krankenwagen in die nächste Notaufnahme zu fahren. Da saß ich schließlich am Straßenrand auf den Transport wartend wie ein begossener Pudel und mit einem schlechten Gewissen angesichts meiner heutigen Darbietung – 1. Liga-Rennen, 1. Start mit Racing Aloha, 1. Radsturz meines Lebens, 1. Mal Krankenwagen, 1. Mal Notaufnahme…

 

 Im Krankenhaus angekommen war ich scheinbar das Highlight des Wochenendes, denn nach wenigen Minuten Wartezeit wurde ich von mehreren Schwestern und Ärzten versorgt. Mehrfach durfte ich die Unfall-Story erzählen und bekam aufmunternde Worte von allen Seiten. Mein absolutes Highlight war das Angebot einer Krankenschwester, sie könne gerne auf dem Heimweg meine Haut vom Asphalt aufsammeln und mir vorbeibringen :-D

 

Wie eine Mumie wurde ich schließlich aus dem OP entlassen und als ich Richtung Ausgang zuging, kamen mir auch schon Ida und ihr Begleiter Christl entgegen, die mich zurück zum Parkplatz brachten. In der Zwischenzeit hatten Hannah & LiMa sich um die Überreste meines Rades und die leider nicht mehr zum Einsatz gekommenen Laufschuhe gekümmert, sodass wir nach einer kurzen Stärkung (vielen lieben Dank an dieser Stelle an LiMa´s Oma für die megaleckeren Kirschbuchteln & Käsespätzle, die mir das Leben gerettet haben) Richtung Heimat aufbrachen.

 

Am Ende hat es leider nur noch für Rang 8 gereicht, aber angesichts der Vollbremsung von 40 auf 0 km/h sind wir einfach nur alle froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. 

 

In diesem Sinne: Hals- & Bein-Bruch,

 

Eure Christina

 

P.S.: Tausend Dank noch mal an alle Helfer, Sanitäter und auch unsere mitfühlenden Mitstreiter für die aufmunternden Worte & Genesungswünsche!!!

 P.P.S.: Trotz allem wird das erste Mal Liga mit den RA Mädels sicherlich nicht mein letztes Mal bleiben 😉

Foto: Martin Fürleger
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