Über Frankfurt nach Hawaii

Tamara´s Erinnerungen an den

 

Ironman Frankfurt 2018

 

 

 

Der Ironman Frankfurt liegt nun schon wieder drei Tage hinter mir und die Realität hat mich wieder in ihren Bann gezogen. So richtig realisiert habe ich das irgendwie (immer) noch nicht und weiß auch gar nicht so genau, wann das bei mir ankommt... vielleicht dann auf Hawaii? ;-)

 

 

 

Nun wollte ich euch mal einen Einblick in meinen Rennverlauf und in meine Gefühlslage von Sonntag geben: Pünktlich um 3:30 Uhr ging der Wecker. Das Frühstück (wie immer Nutellabrot) lag schon bereit, und konnte von mir vernichtet werden. Der Anfang ging ganz gut, aber relativ bald habe ich gemerkt, dass mein Magen grad nichts mehr aufnehmen kann und meine Nervosität, die sich die Tage davor mehr oder weniger im Rahmen gehalten hat, sich breit machte. Zusammen mit meinem Freund habe ich mich danach auf den Weg zum Shuttle gemacht, der uns zum Schwimmstart an den Langener Waldsee gebracht hat. Im Bus konnte man die Aufregung mancher Mitstarter nicht nur spüren, sondern auch hören. Scheinbar wird manch einer unter Anspannung besonders mitteilungsbedürftig...

 

 

 

In der Wechselzone angekommen habe ich erst mal mein Rad fertig gemacht, und bin dann zusammen mit Janina und unseren Freunden Richtung See, wo wir uns nochmal hingesetzt haben und uns mental auf das Rennen vorbereitet haben.

 

 

 

Um 6:30 Uhr fiel der Startschuss der Profi-Männer, zwei Minuten dahinter die Profi-Damen und um 6:40 Uhr fiel der Startschuss für uns Agegrouper für den Rollingstart. Im Wasser hat sich relativ schnell eine 5er (oder vielleicht auch 6er) Gruppe gefunden, wo ich mich sehr wohl gefühlt habe. Nach 52 Minuten konnten wir dann tatsächlich den Langener Waldsee schon wieder verlassen und uns auf den Weg zum Radpart machen. Im Kopf passiert nicht viel, außer alle Aufgaben im Kopf nacheinander abspulen: Also Neo aus, Wechselbeutel schnappen, schnell umziehen und weiter aufs Rad. Und schon sitzt man drauf und hat 185km vor sich. Zuerst ging es 12km nach Frankfurt rein. Die Radstrecke hat schon mit leichtem Gegenwind angefangen und so hieß es gleich doppelt zu Beginn: NICHT ÜBERZOCKEN. Bei mir im Kopf habe ich das Wörtchen „Geduld“ auf und abgesungen, um einfach nicht zu überzocken. Während dem Radfahren ist ansonsten nichts Spektakuläres passiert, außer dass es ein verdammt faires Rennen war. Ich habe noch nie so viele Kampfrichter, sowie Athleten in der Penalty Box gesehen – Daumen hoch IRONMAN. Das hat Spaß gemacht. Zumindest die erste Runde. In der zweiten Runde kamen dann doch immer mal wieder Zweifel auf und ich habe mich gefragt, was ich hier eigentlich mache. Naja, da muss wohl jeder mal durch.  Nach 185km Strecke mit gefühlt 90% Gegenwind (vorsicht: übertrieben) konnte ich nach 5:32 h (ich habe eigentlich gehofft, dass es etwas schneller wird), die zweite Wechselzone erreichen. Endlich.

 

 

 

Runter vom Rad, rein in die Laufschuhe. Aber wer jetzt denkt, ich lief los und es ging gut, hat sich gewaltig getäuscht. Nach ca. 4km musste ich erst mal aufs Dixi und meine Ernährung, mit der ichzum Schluss auf dem Rad wohl etwas übertrieben habe, loswerden. Danach war mein Magen noch etwas unsicher, aber von Runde zu Runde konnte ich etwas besser ins Laufen kommen – Das musste ich auch, denn die schnelle Dänin Katrine Brock ist einen Marathon von 3:03 gelaufen und dementsprechend schnell ist sie mir auch nähergekommen. Zum Glück waren die Mädels, mein Freund, meine Familie und mein Trainer an der Strecke, die mir immer wieder, mal netter, mal etwas härter einen wörtlichen Arschtritt verpasst haben. Dadurch konnte ich gerade noch einen Vorsprung von guten 2 Minuten ins Ziel retten. Dementsprechend wenig genießen konnte ich dadurch die letzte Runde und vor allem den Zieleinlauf, da ich um jede Sekunde gekämpft habe. Glücklicherweise ging es aber auf und ich konnte mich überraschenderweise Europameisterin und schnellste Dame aller Agegrouper nennen. Oben drauf habe ich noch im Gesamtfeld der Damen den 10. Platz erreicht. Ich muss sagen, mit dem Ergebnis habe ich wirklich nicht gerechnet, aber es ist einfach ein geniales Gefühl zu wissen, dass jeder Meter, den man gebissen hat, sich letztendlich ausgezahlt hat. Und wie heißt das Sprichwort so schön: Schmerz vergeht, Stolz bleibt. Wie wahr dies doch ist.  

 

 

 

Einmal auf Hawaii starten zu können war auf jeden Fall mein Traum. Ich durfte schon dreimal mit Hannes Hawaii Tours die Athleten vor Ort betreuen und freue mich riesig, die andere Seite erleben zu dürfen. Bis dahin ALOHA