PREMIERE ZÖTLER GOLD RACE SONTHOFEN


PROLOG

Glück und Pech liegen so nah beieinander.

Nach einem granatenmäßigen Auftritt beim Prolog am Freitag, wo wir den Teamsieg der Damen holen konnten, ging es am Samstag auf den großen Ritt. Nach 75km brach bei Mona leider der Umwerfer ab, sodass sie das Rennen nicht beenden konnte. Dafür ist Lima bärenstark im Leadertrikot des Vortrags über die Strecke geheizt. Genauso wie der Rest des Teams, denn auch am zweiten Tag konnten wir das Damenteam-Ranking anführen und uns über die Siegprämie sowie vollgefüllte Futterkörbe freuen.

 

Einen ausführlichen Bericht dazu hat Hannah geschrieben:

DER GROSSE RITT

Das Zötler Gold Race aus der Perspektive eines Energieriegels:

Ich bin ein Energieriegel.
Mein Leben war seit meiner Herstellung recht öde.
Gelegen habe ich im klimatisierten Drogeriemarkt, fälschlicherweise im Regal direkt auf einem veganen light Fruchtschnittchen.
Das war ein sehr unlustiges und trockenes Beisammenliegen.
Dann kam sie und alles änderte sich.... Vom langweiligen Herumliegen in der Horizontalem gings ab in die Senkrechte und zwar in ihre Radtrikottasche. Es war ein wunderschöner Sommermorgen und wir waren jung und unschuldig......ach nee, das ist die falsche Geschichte
Zurück in die Trikottasche von Hannah :

Früher Sommermorgen stimmte schon mal, der Morgen des großen Ritts (nene, ich bin jetzt schon bei der richtigen Geschichte): Vor uns viele Menschen in körperbetonten Sportkleidern auf Rädern, hinter uns das Gleiche.
Nice!
Wir rollten in der großen Gruppe. Genießermodus an.

Am Riedbergpass dann Genießermodus schnell wieder aus, plötzlich änderte sich auch meine Perspektive aus der Trikottasche:
Wir wurden von vielen Radlern überholt.
Manche redeten sogar ganz locker miteinander während Hannah laut schnaufte, einige fluchten leise, einer nuckelten schon am Energie-Gel und alle fuhren an uns vorbei. Meine Fahrerin kämpfte sich langsam aber stetig den Berg hinauf. Die beiden Teamkolleginnen aka Bergziegen waren auf und davon....
Da kam wie aus dem Nichts ein: „ Hannah, guat mochscht du des!“ von hinten. Diese schwäbische Stimme gehörte einer Teamkollegin und die zog Hannah den restlichen Berg hinauf. Danke Mona!
Dann kam eine Abfahrt- das konnte Hannah besser als bergauf.

Manchmal war es in den folgenden Stunden recht einsam um uns herum, dann redete Hannah mit sich selbst („Hannah, du machst das gut, fahr dein Tempo!“, aber öfter klang es ehrlicherweise so: „ Hannah, reiß di z’samma und bring mal den Hintern hoch!“).

 

Wenn andere Athleten auftauchten wurde Hannah still und wir waren dicht hinter dem Hinterrad des Vordermanns. Ich fühlte, dass das Hannah gut gefiel und auch ich genoss den nun wieder aufkommenden Fahrtwind, den es war heiß.
Fast ganz am Ende der großen Radtour wurde Hannah schneller. Sie setzte zum Schlusssprint an- doch dann kam ein Berg.
Den hatte sie vergessen.

Ich dachte, sie kommt dort nicht mehr hinauf. Ich machte mich ganz leicht. Irgendwann war auch dieser letzte Anstieg geschafft und die wirklich letzten Meter waren angebrochen, ein Mädchen wollte heimlich an uns vorbei, aber das konnte Hannah doch noch abwenden.

Geschafft! Dachte ich, und wurde zu Hannahs Zielverpflegung.
Zu mir in Hannahs Gastrointestinaltrakt gesellten sich wenig später Kaiserschmarrn und ein großer saftiger Burger.

Fazit aus Hannahs Gastrointestinaltrakt:

Danke an die Organisatoren und Helfer des ersten und hoffentlich nicht letzten Zötler Gold Race in Sonthofen!!
Ihr habt das sonnigste Wetter, die beste Radstrecke und das süffigste Bier für uns Radfahrer vorbereitet.
Der Prolog am Freitag war eine richtige Gaudi!

Danke liebe Racing Aloha Mädels und danke liebe Betti und Tine- es war ein wunderschönes Raderlebnis mit euch!

Lima- wir sind besonders stolz auf dich!

See you all next year

Prost!

Eure Hannah