MeinungsMONTAG


Heute bloggt IDA für euch


21.01.2019

 

Mein Plädoyer gegen die Rolle
#Mädchenmontag
Es könnte sein, dass ich einigen von euch mit diesem Beitrag ein wenig auf den Schlips trete, oder auf die Halskette, wenn ich davon ausgehe, dass Frauen nur selten Schlips tragen. Letztendlich ist das einfach meine persönliche Meinung. Ihr dürft gern widersprechen und wir können gern diskutieren:


Ich mache seit ca. 6 Jahren Tritathlon, und zwischenzeitlich habe ich das ganze mehr oder weniger sehr ehrgeizig und intensiv betrieben. Das führte dazu, dass auch ich mir irgendwann aus dem Gefühl heraus, ohne eine Rolle keine richtige Triathletin zu sein, eine Rolle besorgte. Diese stand dann erstmal ein Jahr lang nur rum, weil der Winter in Tübingen so mild war, dass man immer draußen fahren konnte. Dann stellte ich sie schlussendlich irgendwann auf, als ich aufhörte zu studieren und anfing zu arbeiten, und es abends immer schon dunkel war, wenn ich trainieren wollte (Es ist ja wirklich ein großer Vorteil dieses Geräts, dass man zu jeder Tages- und Nachtzeit trainieren kann. Wobei das mit der Nachtzeit und auch zum Teil das mit der Tageszeit maßgeblich von der Lärmtoleranz der Untermieter, wahlweise auch der Nebenmieter und bei besonders alten Rollenmodellen auch von der der Übermieter abhängt, da das Ding ja nun wirklich einen Krach macht, der selbst die tolerantesten Nachbarn irgendwann aus der Reserve lockt...). Nun gut! Ein paar mal habe ich eine Stunde auf dem Gerät verbracht. Das bedeutet, ich weiß von ich spreche. Ich kritisiere nicht einfach ohne es niemals probiert zu haben…

Mein Fazit: Das Ding steht wieder im Keller. Und das, obwohl ich während der Woche, zumindest im Winter immer nur im Dunkeln trainieren kann. Ich habe Alternativen gefunden: Langlaufen mit Stirnlampe, Skitouren mit Stirnlampe und radeln eben wenn dann nur am Wochenende, wenn es hell ist. An den an den anderen Tagen findet man als Triathlet ja ehrlicherweise genügend andere Möglichkeiten zum Trainieren. Ich kann einfach nicht verstehen, wie man regelmäßig, so ein Rollentraining durchziehen kann. Alles, was für mich der Sport bedeutet, wird beim Rollentraining NICHT erfüllt. Dazu gehört zum einen die Tatsache draußen zu sein, zum andern das Erlebnis in der Natur, Neues zu entdecken, voran zu kommen, Gipfel, Pässe, Orte zu erreichen und das am allerbesten gemeinsam mit anderen. Dazu kommt die frische Luft, teilweise auch wärmende Sonnenstrahlen oder ekliger Regen. Das Gefühl, nach Hause zu kommen, und mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht, durchgefroren und mit roten Wangen von der Kälte, mit Bärenhunger, vielen neuen Eindrücken im Kopf und einer tiefen inneren Zufriedenheit. Im Vordergund steht das Erlebnis, nebenbei wird trainiert. Beim Rollentraining steht im Vordergrund nur das Training, das irgendwie abgehakt und durchgezogen werden muss. Und das motiviert mich einfach nicht. Und dafür gibt es viel zu viele andere Möglichkeiten! Logisch, dazu zählt nicht Radtraining bei Schnee im Dunkeln nach der Arbeit. Und für alle, die z.B. verletzt waren ist Rollentraining sicherlich eine super gute Wiedereinstiegsmöglichkeit, aber sonst fehlt mir da einfach das Verständnis! Und ich frage mich wirklich (die sozialen Medien sind im Winter ja geradezu überfüllt mit Bildern von Athleten auf Rollen), wie ihr das macht? Sagt es mir! Was gibt euch das? Was motiviert euch daran? Ist es einfach nur die Disziplin ein Training zu absolvieren oder gibt es da etwas, was mir bisher vorenthalten geblieben ist!?

 

Danke schonmal für Eure Antworten und liebe Grüße aus dem Allgäu,

Eure Ida