LapplandMONTAG


Heute bloggt IDA für euch


25.03.2019

 

Kälte - Trainingslager in Lappland

 

Zum ersten Mal seit einigen Jahren stand Ende des Winters für mich kein Trainingslager an, also keine frühzeitige Sommer-Kostprobe auf Fuerteventura oder Mallorca, so wie es für den gemeinen Triathleten üblich ist. Da ich mich letztes Jahr zu einer (fast vollständigen) Triathlon Abstinenz für 2019 entschlossen hatte, entschied ich mich, meinen Urlaub dafür zu nutzen, eine gute alte Freundin in Schweden zu besuchen. Das ganze hat mit Triathlon relativ wenig zu tun, aber dafür bekommt ihr von mir einen kurzen Bericht von einer ganz besonderen Reise in den hohen Norden. Und da alle, die mich besser kennen, ganz genau wissen, dass ich mich, hätte ich die Wahl, immer eher für eine Verbannung in die Wüste als in die Arktis entscheiden würde, war immerhin ein gewisser Trainingsreiz bezüglich Kältetoleranz zu erwarten:

 

Los ging's um 18 Uhr mit dem Nachtzug von Stockholm in Richtung Norden, 16 Stunden Fahrzeit, 1235 km, 6 Leute pro Liegewagen-Abteil, Orient-Express-Feeling, nur eben etwas kälter außerhalb des Zugs und glücklicherweise ohne Mord. 6 Uhr morgens Sonnenaufgang und Landschaftsbeobachtung vom Bett aus. Grandios! 10 Uhr morgens Ankunft: -10 Grad und strahlend blauer Himmel.
Kiruna ist die nördlichste Stadt Schwedens, liegt nördlich des Polarkreises, es liegt dort überall Schnee, alle Straßen sind weiß, eigentlich ist alles weiß, alles ist gefroren. Und das seit über 6 Monaten. Und weil ja bekanntlich von nichts nichts kommt, hatten wir uns entschieden, nicht im Hotel, sondern wie die Samen im Tippi zu übernachten. Nachts bei -18 Grad im Schlafsack, wenn die Glut des Feuers erloschen ist, sehnt man sich da manchmal doch ins normale Trainingslager irgendwo im Süden, und zwar selbst bei Regen auf Mallorca. (Das bleibt jetzt mal unter uns.) Aber der Moment, wenn man irgendwo im Nirgendwo in der schwedischen Steppe ohne eine Menschenseele im Umkreis von vielen Kilometern, nur Pia und Ida, vorm Tippi am selbst gemachten Feuer sitzt und Lachs isst, und dann auf einmal die Nordlichter anfangen zu tanzen, so dass man vor Schreck fast den guten Fisch verschluckt, dann ist das schon etwas ganz ganz Besonderes und macht alle Kälte wieder wett. Ach ja, und dann war da noch das Hundeschlitten-Fahren und das Eis-Yoga, also Yoga im Schnee-Anzug bei ca. 40 cm Neuschnee, mit den Langlauf-Ski platt getreten, um die Yogamatte und das Rentier-Fell darauf auszubreiten... und die Menschen die so nordisch und trocken sind, dass selbst ich als Norddeutsche mir vorkomme wie eine Latina. Ich werde diese Erlebnisse nie vergessen! Aber keine Ahnung, ob das mit dem Kälte-Trainingseffekt geklappt hat. Hoffentlich!
Ich freu mich jedenfalls ziemlich auf den Frühling!!! 😉

Bis bald,
Ida