Byebye-München-MONTAG


Heute bloggt MONA für euch


11.03.2019

 

Mein Abschiedsbrief an die Großstadt:

 

Mein erstes und sicherlich letztes Jahr in der Großstadt ist vorüber, die Kisten sind gepackt und ich klappe erstmals die Rückensitze meines Autos nach oben. Unzählige Male hievte ich in den letzten Monaten mein Rad in den Kofferraum. Anfangs, um außerhalb der Stadt vernünftig trainieren zu können - später um möglichst oft nach Hause zu fahren. Raus aus dem Trubel und der Hektik, weg vom Verkehr, raus in die Natur!

 

Aber eins nach dem anderen: Ich wuchs in der Kleinstadt auf und studierte dann in Schwäbisch Gmünd, was auch nicht gerade groß ist. Dass ich nicht für die Großstadt gemacht bin, war mir eigentlich schon immer klar aber ich hatte das Gefühl, es später einmal zu bereuen, immer nur Kleinstadtkid gewesen zu sein. Vor einem Jahr dann die perfekte Gelegenheit: Ich zog für meinen ersten Job nach München.

 

Meine Euphorie war groß: Im Olympiapark drehte ich meine Laufrunden, testete mich durch die große Auswahl an Schwimmbädern und verbrachte wunderbare Trainingstage an der Olympia-Regattastrecke. In Forstenried feierte ich meine neue 10km-Bestzeit und beim „Wings for Life Worldrun“ meinen längsten Lauf. Ich hörte von meinem Bett aus Ed Sheeran-Konzerte, kassierte Strafzettel weil meine Nachbarschaft aufgrund eines Andreas Gabalier-Konzerts aus allen Nähten platzte, kutschierte mein Rad für nahezu jede Einheit an den Stadtrand, explodierte innerlich auf vollen Schwimmbahnen und zahlte horrende Preise für die Miete meines WG-Zimmers, das ich mir mit meinem Rennrad teilte. Ich packte irgendwann jede Woche meinen Koffer, um in meine geliebte Kleinstadt zu fliehen.

 

„Daheim“ kann ich stundenlang radeln und begegne dabei keiner einzigen Ampel. Meine Laufstrecken führen über Wiesen und Felder, ich treffe Esel, Kühe, Pferde und sogar Biber. Ich habe meine Vereine, Trainingsgruppen, Familie und Freunde vor der Haustür. Sogar die Einkaufsmöglichkeiten sind hier besser. Und niemand klebt Hundekacke an mein Auto, wenn ich es zum Beladen für 5 Minuten vor meiner Haustüre abstelle.

 

Ehrlich gesagt, verstehe ich den Hype um die Großstadt einfach nicht. In den letzten Monaten habe ich mich mehr darüber geärgert, als dass ich das besondere Flair genießen konnte. Mein Umfeld wirkte auf mich wahnsinnig gestresst, der Alltag war viel umständlicher und ich hätte mir von den abartigen Mietkosten ein mehr als geiles Zeitfahrrad zulegen können.

Als Triathletin verbringe ich meine Zeit am liebsten mit Schwimmen, Radeln und Laufen - was liegt da näher, als sich eine perfekte Umgebung dafür zu suchen. Großstadt ist durchgefallen.

 

Sagt es mir: Was reizt Euch am Big-City-Life?

Glücklich bin ich aber über neue Freundschaften, die dort im letzten Jahr entstanden sind! Für diese werde ich sicherlich das eine oder andere Mal zurückkehren.

 

Adieu.

Eure Mona.