Mountain-MONTAG


Eigentlich war angedacht den Heilbronner Weg zu gehen, allerdings ist dies ein hochalpiner Wanderweg, der Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraussetzt und er war bereits die Tage vorher schon aufgrund von Schneefall und Vereisungen als nicht begehbar in der Übersichtsseite www.Oberstdorf.de unter Bergsportbericht gelistet. Nichts desto trotz ging es von Birgsau los Richtung Rappenseehütte, wir wollten dann vor Ort entscheiden, wie wir weiter verfahren wollen. Vollbepackt mit sieben Sachen, die das Leben schöner machen ging es dann mit Wanderstiefeln und dem Rucksack inkl. Schlafsack in ein schönes Abenteuer. Ich bin ja – wie die meisten mittlerweile wissen – wohnhaft bei Frankfurt und komme gebürtig aus dem Norden. Wanderwege sind bei uns irgendwie anders definiert als in den Alpen habe ich dann relativ schnell festgestellt. Es ist ja nicht so, dass ich nicht schon öfters in den Bergen war, aber meistens lag dann Schnee und ich hatte Ski an meinen Füßen oder ich war zum Triathlon dort.

 

Es ging über Stock und Stein über kleine, vor allem schmale Wege immer weiter hoch, vorbei an Kuh- und Schafswiesen über fließendes Wasser mit einer Wahnsinns Kulisse.
Ich persönlich finde das Geläute der Kuhschellen ja wundervoll, dazu noch eine Portion Vogelgezwitscher und Sonne und der Tag ist einfach perfekt.

 

Je weiter es hoch ging, desto schmaler wurden die Wege und die Bäume und Waldwege wichen Steinen und Felsen. Wunderschön, keine Frage, allerdings auch an manchen Stellen ein wenig beängstigend. Rückblickend frage ich mich, wieso ich mich an manchen Stellen so angestellt habe, aber irgendwie haben die Gedenktafeln der am Berg verstorbenen mir mehr oder weniger Respekt verschafft und mich verunsichert. Dennoch war der Ausflug jeden einzelnen Schritt wert. Die Rappenseehütte liegt auf 2091 Metern und bietet einen wundervollen Panoramablick.

Meine erste Nacht im Matratzenlager habe ich auch erstaunlich gut überstanden.

 

Ich merke mir allerdings für das nächste Mal, dass es Sinn macht einen etwas dickeren Schlafsack mitzunehmen, denn es wird verdammt kalt dort oben nachts und auch das Wasser zum Waschen ist kalt, richtig kalt.

Beim Abendessen haben wir uns mit den anderen Menschen, die den Heilbronner Weg von der anderen Seite aus gelaufen sind ausgetauscht. Nach den Erfahrungsberichten habe ich mich entschieden, dass dies aktuell eine Nummer zu groß für mich ist. Am nächsten Tag folgte dann die Bergüberquerung des Rappensehkopfes (2496 m) und nach dem Mittagessen der Abstieg nach Oberstdorf.

Das der Muskelkater vom Berg runter laufen schlimmer ist, als der vom Berg hoch laufen habe ich schmerzlich am nächsten Tag festgestellt ;o) Aber abschließend bleibt zu sagen, dass sich dieser Muskelkater definitiv gelohnt hat.

Liebes Allgäu, Du bist wirklich wunderschön.

 

Deine Nadine