MIMOSEN MITTWOCH

Wer kennt sie nicht? Die Ausreden vor einem Wettkampf, warum das Rennen gar nichts werden kann?! Auch nach einem Wettkampf haben wir schon von unzufriedenen Mitstreitern so einige Ausflüchte gehört, warum es nicht so lief.

 

Ausreden sind immer schnell daher gesagt und entsprechen häufig nicht der Wahrheit. Oft steht einem der Kopf im weg, man hat falsch oder zu wenig trainiert oder man hatte einfach zu hohe Ansprüche an sich selbst.

 

Für euch haben wir alle Ausreden zusammengetragen, die uns bisher untergekommen sind. Zugegebenermaßen sind Ausflüchte ja menschlich. Oft muss man bei der ein oder anderen Aussage aber schon ganz schön schmunzeln.

 

Marieke erinnert sich beispielsweise an folgende Aussagen:

,,Es war ein gebrauchter Tag.“, ,,Ich habe einfach meine Läuferbeine nicht gefunden.“ , ,,Der Wettkampf war auch voll aus dem Training heraus."

 

Mellis Topliste an Ausreden lautet:

.... wenn man es mal nicht pünktlich zum Wettkampf schafft: "Ich bin gerade im Treppenhaus aufgewacht. Werde es leider nicht zum Wettkampf schaffen!’’

... wenn man im Wettkampf eine schlechte Leistung gezeigt hat: ,,Ich musste gestern den Garten umgraben...und Rasen mähen!“

... wenn man keine Lust auf Training hat: ,,Mein Hund hat meine Laufschuhe verschleppt." (Es ist ja nicht so, dass Triathleten mindestens 3 paar Laufschuhe hätten...)

 

Kathi sagt, dass nicht jede Trainingseinheit blumig ist, aber gerade der Kampf mit sich selbst und die neuen Herausforderungen den Sport ausmachen und einen stärker machen. (nicht nur physisch) Ihr bester Tipp um den inneren Schweinehund zu überwinden: ,,Geteiltes Leid ist halbes Leid.“

 

Mareike denkt über ihre eigenen Ausreden nach. Ihre schlechteste Ausrede: ,,Es ist schon dunkel.“  Blöd nur, dass es im Winter immer dunkel ist wenn man die Wohnung morgens verlässt und wenn man abends wieder nach Hause kommt. Wenn es viel zu deprimierend ist oder man ein schlechtes Gefühl alleine im Dunkeln hat gibt es immer noch das Hallenbad oder Fitnessstudio. Hier ihre beste Ausrede: ,,Ich fühle mich gesundheitlich angeschlagen.“  An dieser Aussage ist tatsächlich was dran. Wenn ihr nicht ganz auf dem Dampfer seid solltet ihr tatsächlich langsam machen. Wenn es gar nicht geht, dann herrscht natürlich absolutes Trainingsverbot. 

 

Ines hat eigentlich - aber nur eigentlich - nie Ausreden bei Wettkämpfen. Sie sagt von sich selbst, dass sie ein Wettkampftyp ist. Ihr macht das Wettkämpfen einfach Spaß und sie kennt tatsächlich keine tollen Ausreden, weil sie noch gar nicht so lange beim Triathlon dabei ist. Ines ist höchstens mimosig im Sinne von nölig und denkt immer, dass sie nicht gut genug vorbereitet bin. Nach dem Wettkampf findet sie als Ausrede nach ihrer langsamen Schwimmzeit in Paguera Folgendes gut:,, Ich habe Angst vor tiefem Wasser - das hat mich gehemmt.“ ,,Da waren große Wellen - ich wollte meine Schwimmbrille nicht verlieren, weil ich ja Kontaktlinsen trage.“ ,,Es gab Feuerquallen und ich war besorgt, dass sie mir beim Atmen in den Mund schwimmen?" Aus dem Rudersport fällt ihr noch folgendes ein:,, Der Wettkampf war sooooo locker. Es ging so locker alles." -"Warum biste dann nicht schneller gewesen?" - "Am Ende bin ich eingebrochen, da ging einfach gar nichts mehr aber es war voll locker!"

 

Laura erinnert sich daran, dass häufig Athleten von langwierigen Verletzungen erzählen, die sie beim Trainieren zu einer Pause zwangen. Dann ist vor einem Wettkampf die Rede von ,,Hoffentlich bin ich schmerzfrei. Ich konnte so lange nicht trainieren – wie soll das bloß etwas werden?!“ Verletzte Athleten sollten ihrer Meinung nach lieber pausieren, bis die Verletzung auskuriert ist.

 

Nach einem Wettkampf kam ihr schon öfter zu Ohren:,,Ich habe meine gesamte Verpflegung verloren und kam deshalb in einen Hungerast.“ Naja es gibt ja schon auch auf der Wettkampfstrecke Verpflegungsstellen oder?! Des Weiteren hört man oft:,, Ich habe die Gels gar nicht vertragen und richtig Bauchkrämpfe bekommen und musste mehrmals anhalten.“ Laura ist ein Fan von dem Spruch ,,No Excuses."

 

Tanja sagt, dass sie am Wettkampfmorgen häufig feststellen muss, dass die Patienten bei der morgendlichen Visite auf der Intensivstation im Schnitt weniger Beschwerden angeben als wir Triathleten vor dem Wettkampf. So sind Sätze wie „Ich hab ganz schlecht geschlafen und konnte auch kaum was essen“, „Mir kratzt schon seit ein paar Tagen der Hals“ oder „Ich hab total schwere Beine und die linke Wade krampft seit gestern andauernd“ keine Seltenheit.  Sie kann sich selbst nicht davon frei machen, die Frage nach ihrem Zustand dann oft sehr virtuos zu beantworten. Aber woran liegt das? Sind wir Triathleten etwa wirklich alles kleine Mimosen? ,,Ich für meinen Teil muss zugeben, dass genau zwei Dinge mich dazu bringen nicht wie an einem normalen Tag einfach mit „Mir geht’s gut!“ zu antworten. Zum einen gibt es wenige Tage an denen ich so sehr auf meinen eigenen Körper höre, wie an den letzten Tagen vor dem Wettkampf und am Wettkampftag selbst. Jedes Ziepen und Zurren in der Muskulatur oder im Hals wird interpretiert, mit den Mädels und dem Trainer diskutiert, uminterpretiert und vor allem überbewertet. Man beachtet Zeichen, denen man an normalen Tagen keinerlei Bedeutung beimessen würde. Also ja, ich für meinen Teil werde wirklich eine kleine Mimose vor dem Wettkampf. Der zweite Punkt ist die Erwartung die man verspürt, die man sich jedoch hauptsächlich selbst auferlegt. Je mehr Argumente ich vor dem Wettkampf finde, die gegen ein erfolgreiches Abschneiden sprechen, desto entspannter kann ich vor dem Wettkampf bleiben. Im Endeffekt, weiß ich selbst jedoch genau woran es gelegen hat und ob die Beine heute einfach keine guten Beine waren oder ob sich tatsächlich eine Erkältung anbahnt.  So weiß ich auch, wenn die anderen einfach schneller und besser waren. Schön, wenn man das dann auch einfach ehrlich zugeben kann.“

 

Lassen wir also die Ausreden einfach sein. Am Morgen dürfen sie aber ruhig ins Gepäck. Man braucht einfach seine Wettkampfroutine und da gehört ein bisschen Mimöschen-Dasein eben dazu!