MEERJUNGFRAU-MITTWOCH

Schwimmen – die Auftaktdisziplin im Triathlon. Keine andere Disziplin bietet so viel Diskussionspotential. Das Triathlon-Völkchen ist gespalten. Die einen lieben es, andere hassen es oder es wird eben geduldet. Auch wir Aloha-Mädels verbinden ganz unterschiedliche Gefühle mit dem Schwimmen.  Unsere Erfahrungen, Tipps und Tricks rund um das Element Wasser:

 

Bewegen wie eine Meerjungfrau im Wasser wäre ein Traum für jede Triathletin und Schwimmerin. Mareike, der das Schwimmen schon in die Wiege gelegt wurde, zeigt euch wie: "Um diesen Traum zumindest annähernd leben zu können kann man Delfinkicks unter Wasser trainieren. Ich selbst tauche beispielsweise im Training nie wie die meisten im Bruststil, sondern ausschließlich mit Delfinkicks. Das lässt mich ruhig und annähernd schwerelos fühlen. Versucht es mal - es wird euch genauso gehen."

 

Tami und die Furcht vor großen Fischen: "Jede von euch kennt bestimmt diese eine Angst. Die Angst, der man sich lange Zeit nicht stellen möchte: Die Angst vor’m Sprung ins Freiwasser. Bei mir ist es vor allem die Angst - oder besser gesagt der Respekt - vor dem Meer. Ich bin schon in Seen und Flüssen geschwommen, das geht ganz gut. Aber mit dem großen weiten Meer habe ich so meine Probleme: Bis vor drei Jahren bin ich nur mit mindestens zwei Begleitpersonen ins Meer gegangen und selbst dann war ich nie wirklich locker und konnte selbst das Meer auf Hawaii nicht richtig genießen. Schon der kleinste Fisch hat mich mit purem Schreck erfüllt. Und jetzt stand ich letzte Woch da in Australien und wartete auf den bevorstehenden Wettkampf, zum ersten Mal MUSS (darf) ich im offenen Meer schwimmen: 1,9 Kilometer entlang der Sunshine Coast. Ob ich die Augen unter Wasser öffne? Das entschied ich spontan. Ich habe auf jeden Fall versucht, so schnell es geht wieder aus dem Meer zu krabbeln - und das nicht nur weil es ein Wettkampf war… so gesehen hat es dann vielleicht doch etwas gutes?"

 

Nur wenige unter uns sind wie Mareike geborene Schwimmer. Auch Ines hat erst später Kraulen gelernt und macht allen Spätzündern Mut: "Ich habe vor ca 3,5 Jahren erst nochmal richtig kraulen lernen müssen. Das ist harte Arbeit. Meine Tipps: nehmt euch viel Zeit und bringt Ausdauer und Durchhaltevermögen mit. Zumindest für mich war und ist es noch immer eine Herausforderung. Insgesamt kann ich nur empfehlen vor dem 1. Wettkampf viel Freiwassererfahrungen zu sammeln und unbedingt ein paar mal mit Neo geschwommen sein! Spiele im Freiwasser: überschwimmen, wenden, orientieren, etc. haben mir sehr geholfen. Zudem finde ich Koppeleinheiten am See großartig. Aus dem Wasser auf das Rad oder direkt in die Laufschuhe. Es ist interessant wie Muskulatur und Kreislauf reagieren...ausprobieren auch wenn mal nicht 30 grad und Sonnenschein sind!"

 

Auch Ida, Hannah und Marieke verlassen öfters mal den Pool und springen ins Freiwasser: "Hannah setzt dabei auf Begleitung: Ich mag Freiwasserschwimmen aber habe doch auch Respekt wenn es unter mir dunkler und tiefer wird. Deshalb brauche ich meist einen tapferen Wassermann der vorneweg schwimmt."

 

Marieke verbindet sehr gerne Schwimmen und Radfahren: "Ich stopfe einfach einen Badeanzug und eine Schwimmbrille in eine Trinkflasche und los kann's gehen, ohne einen störenden Rucksack auf dem Buckel zu haben. Nach einem kleinen Umweg zum See freu ich mich dann so richtig auf die Abkühlung und springe in den See! Danach einfach auf den Steg zum Bräunen und Trocknen legen und noch ein bisschen die Sonne genießen. Danach einfach wieder in die Radsachen schlüpfen und je nach Lust und Laune nach Hause düsen."

 

Und Ida hat den ultimativen Wettkampf-Tipp für die letzten Meter im Freiwasser: "Das wichtigste Prinzip dabei ist, dass man so lange schwimmt wie es nur irgendwie geht. Sogar fast, bis das Wasser so flach ist, dass die Hände den Boden berühren. Man sieht es leider viel zu oft dass Triathleten zu früh aufstehen und versuchen laufend durchs Wasser zu waten. Das ist verständlich, denn man denkt dass das schneller ist. Ist es aber nicht. Es ist viel kraftsparender UND schneller so weit zu schwimmen, wie es nur geht oder gegebenenfalls Delfinsprünge zu machen. Auf gar keinen Fall sollte man probieren durchs Wasser zu laufen! Viel Spaß beim Ausprobieren!"

 

Laura, Melli und Kathi setzen auf verschiedene Tools, um an ihrer Schwimmstärke zu feilen: Kathi wärmt sich vor dem Schwimmtraining zunächst an Land mit einem Thera-Band oder Zugseil auf: "Das Thera-Band und/oder Zugseil sind feste Bestandteile meines Trainings. Dabei kannst du dich nicht nur optimal aufwärmen, sondern mit den richtigen Übungen kräftigst du zusätzliche die spezielle Schwimm-Muskulatur und es ist ein effektives Trocken-Technik-Training. Vor allem die Kraul-Unterwasserphase kannst du dir so optimal isoliert bewusst machen und visualisieren. Gliedern kannst du den Unterwasserzug in: Wasserfassen, Zugphase und Druckphase. Im Wasser kannst du dies dann direkt umzusetzen bzw. zumindest versuchen. Ausprobieren lohnt sich!"

 

Laura empfiehlt für das Techniktraining im Wasser einen Schnorchel: "Der Schnorchel sieht schon etwas gewöhnungsbedürftig aus und es wird auch der ein oder andere komische Blick auf euch gerichtet sein. Dennoch eignet sich der Schnorchel durch das Ausschalten des Störfaktors ,,Luftholen“ super für die Technikschulung. Was kann man mit einem Schnorchel alles trainieren?

- die richtige Kopf-, Körper- bzw. Wasserlage: bei falscher Kopfhaltung beispielsweise dringt Wasser in den Schnorchel ein oder man fühlt spürbar einen Wasserwiderstand;

- Konzentration auf einzelne Bewegungsabläufe: Armzug (Zug- und Druckphase), Beinschlag etc.;

- durch den verlängerten Luftweg ist eine stärkere Atmung erforderlich —> Anwendung neben Techniktraining auch für das Training im anaeroben Bereich

Vorsicht: den Schnorchel nicht zu häufig verwenden. Beim Schwimmen mit dem Schnorchel wird die seitliche Rotation des Körpers beim Armzug vernachlässigt.

Tipp: Nasenklammer verwenden falls ihr Wasser in die Nase bekommen solltet. Für mehr Abwechslung könnt ihr auch Übungen mit dem Pullboy, Paddels oder Flossen variieren."

 

Und Melli bastelt sich ihren eigenen Widerstand um an ihrer Kraftausdauer zu arbeiten: "Dafür verwendest du einfach einen alten Fahrradschlauch und bindest ihn um deine Knöchel. So hast du eine optimale Fußfessel. Um das ganze zu steigern kannst du nun noch ein Handtuch (je größer, desto schwerer) dazubinden. Et voilà: Mit selbstgebauter Widerstands-Fußfessel, Pullboy und Fingerpaddles oder normalen Paddles kannst du dann deine Kraft-Ausdauer-Session starten. Am besten eignen sich schnelle Serien wir 100er oder 200er."

 

Also ihr Meerjungfrauen: Ab ins Wasser mit euch!