MATERIAL & MÄDCHEN

Der Triathlet ist ja seit jeher ein neugieriges Geschöpf und stets offen für Neues.  So schleicht man am Wettkampftag gerne mal nach dem Check-In durch die Wechselzone und beäugt kritisch die anderen Räder: „Ach so kann man das auch machen?!“ und „Oh, das is' ja 'ne gute Idee!“, geht einem dann oftmals durch den Kopf. Manchmal möchte man aber auch eher zur Hilfe eilen und grobe Fehler korrigieren. Damit euch diese nicht passieren, haben wir mal unsere Highlights an Material und Möglichkeiten zusammengetragen, die einem den Wettkampf-Alltag erleichtern.


Mit Ida geht’s los. Habt ihr das Rad für die Anfahrt komplett zerlegt und für den Radkoffer auch eventuell die Pedale abgeschraubt? Ida hat den Dreh dafür raus:

 

Schnell und elegant Pedale montieren ohne Werkzeug. Ist wirklich super easy. Ihr nehmt dafür eure Pedale und haltet sie kurz hinter dem Gewinde mit zwei Fingern fest. Dann haltet ihr die Pedale an die Kurbel und dreht währenddessen die Kurbel nach hinten. Und schwuppdiwupp dreht sich die Pedale sozusagen selbst rein. Das geht sogar mit einer Hand wenn man es ein paar mal geübt hat. Natürlich ist es besser wenn man die Pedalen dann noch mit Werkzeug festzieht, aber theoretisch geht's so auch mal ohne. Zwei Sachen gilt es dabei IMMER zu beachten: Nicht verkanten und immer richtig festziehen! Fragt mal Tanja, wie es sich auf Lanzarote einbeinig fahren lässt, wenn das Pedalgewinde schon am ersten Tag hinüber ist.



Laura widmet sich der Ernährung, deren Wichtigkeit vor allem mit der Länge des Wettkampfs zunimmt:

 

Bei jedem Rennen sehe ich so viele Topräder, bei denen die Aerodynamik durch mit Gels vollgeklebte Oberrohre ruiniert wird (die wunden Oberschenkel danach nicht zu vergessen). Mein Tipp, um während dem Rennen weder mit Gels hantieren, noch unnötig Müll im Einteiler sammeln zu müssen, ist die ,,Gelflasche":

  • Ich nehme eine 0,5-Liter Flasche und befülle diese je nach Distanz mit einer entsprechenden Anzahl an Gels:
  • Sprint: 1 Gel
  • Kurzdistanz: 2 Gels
  • Mitteldistanz: 6-7 Gels
  • Den Rest mit Wasser auffüllen.

Davon trinke ich dann alle 20-25min zwei große Schlücke. Cheers!


Kathi hat Tipps für ,beziehungsweise gegen den Albtraum eines jeden Triathleten: Den Platten. Kathi machts einfach Schlauchlos:

 

Was sich bei den Mountainbikern schon längst etabliert hat, ist den Straßenfahrern noch nicht ganz so geheuer: Der Tubeless-Reifen (bei mir der Schwalbe Pro One). Bei einem Tubeless-System wird kein Fahrradschlauch benötigt und Felge und Reifen schließen direkt miteinander ab. Achtung: Nicht jede Felge ist für einen solchen speziellen Tubeless-Reifen gemacht.

 

Vorteile: 

  • geringerer Rollwiderstand, da Reibungen zwischen Schlauch und Mantel vermieden werden
  • komfortabler und sicherer, da er mit weniger Reifendruck gefahren werden kann 
  • größere Pannensicherheit (verminderte Gefahr von Durchschlägen, Ventilabrissen, Überhitzung von Schläuchen, Luftverlust durch platzende Schläuche)
  • Tubeless-Reifen lassen sich sehr gut mit Pannenschutzflüssigkeiten kombinieren, sodass kleine Beschädigungen direkt von Innen wieder abgedichtet werden. Falls ein Riss allerdings doch zu groß sein sollte, kann der Tubeless-Ventil-Einsatz raus geschraubt und ein herkömmlicher Schlauch (Ventilverlängerung je nach Felgenhöhe) eingezogen werden.

 

Nachteile:

  • nicht alle Felgen sind dafür geeignet (am besten beim Hersteller nachfragen)
  • Für die Montage ist ein Kompressor oder eine Kartuschen-Pumpe von Vorteil
  • Die Pannenschutzflüssigkeit muss nach 3 bis 6 Monaten nachgefüllt werden
  • Ventilmutter fixiert das Ventil und darf auf keinen Fall entfernt werden

Für alle die den Schlauch noch nicht los sind, hat Hannah den richtigen Tipp, um im Fall der Fälle Zeit zu sparen:

 

Fahrt ihr hohe Felgen? Wenn ja, dann her mit einem Schlauch, der ein passend langes Ventil hat und ab damit ins Ersatzkit am Rad oder in den Rucksack für die Wechselzone. Wenn auch ein 80mm Ventil für die Felgen nicht reicht, dann muss eine Ventilverlängerung drauf!

 

Achtung: Ohne passende Ventilverlängerung auf dem Ersatzschlauch wird der zügige Reifenwechsel im Wettkampf schnell mal zur Tortur. Das musste auch schon der ein oder andere Profi auf Hawaii schmerzlich erfahren (Wir nennen keine Namen).

 

Mein Tipp: Immer ersatzmäßig einen passenden Schlauch, mit schon vormontierter Ventilverlängerung dabei haben - am Besten auch bei Trainingsausfahrten. Schont die Benzinkasse und die Nerven eurer Liebsten.

 

Dann müsst ihr nur den Schlauch wechseln und nicht noch an der Ventilverlängerung rumwerkeln.


So kommen wir nahtlos zu Tanjas Tipp:

 

Wer sich nun die Frage stellt, wo man Schlauch mit Ventilverlängerung, CO2-Kartuschen, Mantelheber oder die Anti-Loctite-Zange unterbringen soll wird von diesem sparsamen Schwaben-Tipp begeistert sein.  (So viel zur Frage des Tages beim Ironman Frankfurt „Haben Triathleten eigentlich ne Ersatzkette dabei?“)

 

Ganz easy und billig nämlich: Eine ungeliebte Radflasche darf geköpft werden. Am besten bei einer kleinen 500 ml Flasche den schmalen oberen Ausguss abschneiden. Alles für den Wettkampf nötige in eine Plastiktüte und zwei Streifen Klebeband drüber. Ab damit in den zweiten oder dritten Flaschenhalter und die Sicherheit fährt mit.


Wenn wir es nun vom Rad geschafft haben, geht es ab in die Laufschuhe. Damit da nicht schon beim Schuhwechsel wertvolle Zeit verloren geht, Melis Tipp:

 

Babypuder in die Schuhe erleichtert das Reinschlüpfen. Klingt komisch…einfach mal testen. Außerdem könnt ihr eure Wettkampf-Laufschuhe wie folgt pimpen: Damit die Sohle nicht rutscht einfach mit doppelseitigem Klebeband festkleben und Sohle am Schuh fixieren. Schützt vor Blasen und erleichtert nochmal mehr das Schlüpfen. Sollte doch noch was Reiben, die Scheuerstellen im Schuh einfach mit Vaseline einreiben.


Auch außerhalb des Wettkampfs spielt das Material eine große Rolle und das macht meistens ja auch richtig viel Spaß. Viele Mädels haben uns schon nach bunten Bikinis und Badeanzügen gefragt. Das ist auch jetzt im Sommer Mariekes absolutes Highlight:

 

Mein momentaner Lieblingsfavorit ist mein Badeanzug von Funkita. Funkita macht das Kachelzählen einfach bunter und schöner. Das Beste aber ist, dass die Anzüge ewig halten und nicht nach einem halben Jahr ausgeleiert und durchgeschwommen sind. Lange Freude mit den Anzügen ist also garantiert. Dank Schnürsystem halten die Bikinis auch besonders gut während den Trainingseinheiten. Sollten Männer mitlesen: Für euch gibts auch fesche Hosen, da freut sich das weibliche Auge im nächsten Schwimmtraining.


Tami konzentriert sich jedoch lieber aufs Training und greift dabei ganz tief in die Trick- bzw. Materialkiste:

 

Schwimmen, bekanntlich die Lieblingsdisziplin der meisten Triathleten…..NICHT! Aber man kann in der Anfangsdisziplin im Training auch echt Spaß haben und das Ganze abwechslungsreich gestalten. Im Hallenbad werden Triathleten immer ziemlich schnell erkannt. Das sind nämlich die verrückten Kraulschwimmer, bei denen die meisten Schwimmtools am Beckenrand liegen. Aber was bringt der ganze „Schmarrn“ eigentlich?

 

Pullkick und Pullbuoy

Der Pullkick darf in keiner Einheit fehlen. Egal ob zum Arme-, Beine- oder auch zum Wiederstand schwimmen kann das Brett beliebig eingesetzt werden. Der „große“ Pullkick gibt vor allem am Anfang den nötigen Auftrieb, um sich komplett auf den Armzug konzentrieren zu können und die Wasserlage dabei nicht verloren geht. Wem das zu leicht wird, kann ja mal den kleinen Bruder, den Pullboy ausprobieren. Dafür benötigt ihr sehr viel Stabilität im Rumpf und eine gute Wasserlage – aber das bringt euch natürlich nur Vorteile für die ganze Lage.

 

Fingerpaddles und Handpaddles

Mit den Fingerpaddles ist es nur schwer, den Armzug nicht gegen das Wasser zu stellen – und das ist gut! Handpaddles bringen die nötige Kraft. Allerdings verwendet diese bitte nur, wenn euer Armzug korrekt ausgeführt wird, ansonsten könnt ihr langfristig Probleme mit den Schultern bekommen – anfangs daher lieber mit Fingerpaddles anfangen und wirklich auf den Körper hören. De Paddles solltest Du im Training nur benutzen, so lange Du auch genug Kraft hast.

 

(kleine) Flossen

Beine? Brauch ich nicht, ich bin Triathlet! Denkste! Ganz im Gegenteil. Durch den gleichmäßigen Beinschlag wird eure Wasserlage viel stabiler und sie bringen natürlich zusätzlichen Vortrieb, anstatt dass sie nur im Wasser hängen und euch ausbremsen. Klar machen Triathleten nicht so einen Beinschlag wie die Wettkampfschwimmer, aber die Triathleten müssen ihre Beine ja für das Radfahren warm machen – also ab in die Flossen und Beine „ballern!

 

Gummiband

Machst du regelmäßig Rumpfstabi? Dann ist diese Übung kein Problem für dich. Am Anfang kann das Gummiband mit dem Pullkick kombiniert werden, damit die Hüfte unterstützt wird. Sobald ihr euch sicher fühlt, probiert es ohne Pullkick aus. Einfach das Gummiband an die Fußfesseln und Beine hängen lassen – ihr werdet merken für was die Übung gut ist.

 

Schnorchel

Vor allem in der Anfangsphase unterstützt der Schnorchel dich, um den Armzug zu verbessern, und um mehr Sicherheit im Wasser zu bekommen, ohne nach Luft schnappen zu müssen. Ihr könnt den Kopf in einer Position halten, ruhig atmen und euch komplett auf den Armzug konzentrieren.


Mareike, unser kleiner IT Freak, begeistert sich für ganz andere Dinge.

 

Für sie ist das Highlight unserer genialen GARMIN Forerunner 735xt das Watchface. Als Informatiker ist das super zum ausprobieren und rumbasteln. Uns hat sie spätestens mit dem Ergebnis überzeugt, welches ihr auf dem bild bestaunen könnt. 

 

Oder was sagt ihr dazu?