Malocher Montag

Die Deutsche Meisterschaft im Straßenradsport aus Sicht des DM-Neulings Tanja

Foto: Liz Ke Fotografie, http://www.lizke.de/
Foto: Liz Ke Fotografie, http://www.lizke.de/

Meine bisher erste Saison in einer Einzeldisziplin hat mir schon viele neue Eindrücke und Erfahrungen gebracht. Nun stand meine erste deutsche Meisterschaft im Radfahren an. Je näher das Rennen rückte desto enormere Ausmaße nahm meine Aufregung an. Bei vergleichbaren Rennen im Triathlon konnte ich auf jahrelange Erfahrung zurückblicken. Jetzt jedoch war ich der Neuling und schaute mir das alles mit großen Augen an.

Schon am Donnerstag ging es los in Richtung Chemnitz, wo die diesjährigen Meisterschaften stattfanden. Dort angekommen, war ich zunächst nicht nur begeistert von der Stadt, sondern auch vom bunten Treiben der Teams und dem Wummern der Scheibenräder am Vorabend des Rennens bei der Streckenbesichtigung.

Am Freitagmittag wurde es dann ernst. Das Aufwärmen auf der freien Rolle war mit dem Zeitfahrrad und den Schalthebeln an den Extensions auch eine sehr neue Erfahrung.

 

Ich hatte die Startposition 3 zugelost bekommen und wurde somit direkt zu Beginn an der Startrampe erwartet. 15 Minuten vor dem Start erfolgt hier auch die Abnahme der Räder nach UCI Norm. Ich hatte mich zuvor informiert und Lenker und Sattel waren in der angegebenen 5 cm Toleranzzone. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, nur Lenker ODER Sattel dürfen in der Toleranzzone liegen. Die Schalthebel, welche in voller Länge gemessen werden, erschweren, im Gegensatz zu ihren elektronischen Geschwistern, dieses Vorhaben erheblich. Nun hatte ich somit eine viertel Stunde vor dem Start die Wahl entweder den Sattel um 2 cm nach hinten oder die Extensions ca. 3 cm zurückzuschieben. Ich entschied ich mich für meine Beinfreiheit und damit für den Sattel. Einen kleinen Nervenzusammenbruch, einen Schraubvorgang und 5 Minuten später stand ich dann auch an der Startrampe. Das Adrenalin sollte nun das kleinere Problem sein, die neue Sitzposition dagegen stellte sich vor allem auf den darauffolgenden 31 km als eher suboptimal heraus.

Nun konnte ich endlich in alter Triathleten-Manier alleine gegen den Wind und die Zeit ankämpfen. Neu dagegen, dass dabei mein Freund als Fahrer im Begleitfahrzeug hinter mir, alles fest im Blick hatte. Von ihm und den nach mir folgenden 55 Starterinnen gejagt, gab ich alles um so schnell wie möglich die 31,2 km hinter mich zu bringen.

 

Am Ende stand mit einer Zeit von 45:03 ein 41,5er Schnitt auf dem Garmin. Damit war ich zunächst zufrieden und  hielt mich auch noch einige Zeit in der Top 10 des Feldes auf. Wie üblich beim Zeitfahren starten die Vorjahresschnellsten ganz am Ende und so verlor ich mit Einfahrt der richtig schnellen Mädels Platz um Platz. Der 21. Platz sollte es dann schlussendlich für mich werden. Hoffentlich noch ausbaubar im nächste Jahr, dann mit UCI-genormter Radeinstellung.

Versprochen.